Auswirkungen der Kriege

auf das Dorf Ahrenviöl

Im dänisch-niedersächsischen Krieg 1625-1630 bei dem es sich um eine religiöse Auseinandersetzung handelte, führte Wallenstein die kaiserlichen Truppen nach Schleswig-Holstein. Dem Herzogtum wurde auferlegt, die gesamte Truppe zu verpflegen und sich an ihrem Sold zu beteiligen. Das war für die Zivilbevölkerung, auf die man zurückgriff, eine unvorstellbare Last. Nach dem Frieden zu Lübeck im Jahre1629 blieben Plünderungen und Räubereien bei dem Abzug der Truppen nicht aus. Von entscheidendem Einfluss auf unsere Gegend waren jedoch die Kämpfe um die Herzogtümer Schleswig und Holstein, welche 1460 unter der Bedingung „Up ewig ungedeelt", in Personalunion zu Dänemark traten. Es kam 1848 zu dem Schleswig-Holsteiner Erhebungskrieg. Mit Unterstützung der deutschen Truppen entwickelte sich 1848/19 der deutsch-dänische Krieg. Nach anfänglichen Erfolgen wurden die Schleswig-Holsteiner am 06.07.1849 bei Frederica und am 24./25.07.1850 bei Idstedt vernichtend geschlagen. Die Zeit von 1851-1864 hat in Ahrenviöl Geschichte gemacht. In den Schulen und Kirchen wurde von dänischen Lehrern und Pastoren die dänische Sprache aufgezwungen. Schwere Strafen folgten wenn man die Schleswig-Holstein Flagge besaß, oder das Schleswig-Holstein-Lied sang. Die große Wende erfolgte 1864, als den Preußen und Österreichern gelang, die Dänen aus Schleswig-Holstein zu vertreiben.

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Den Krieg 1870 Frankreich gegen Preußen haben die Schleswig-Holsteiner ebenfalls mit ausgefochten. Ein Gedenkstein bei der Eiche (Dorfmitte Ahrenviöl) erinnert noch heute mit der Aufschrift „Zur Erinnerung an den Frieden 1871". Die Friedenseiche ist zu demselben Zeitpunkt gepflanzt worden.

Gedenkstein
Nach dem ersten Weltkrieg (1914-1918) hatte das Dorf nicht so sehr mit Zerstörungen, sondern mit dem Flüchtlingsstrom zu kämpfen.
Die deutsche Wirtschaft erholte sich nur schwer. Durch die galoppierende Inflation wurden viele Menschen mittellos. Nur im Haus- und Grundvermögen lag noch eine gewisse Sicherheit.
Nachdem der Name Adolf Hitler immer mehr in Erscheinung trat, wurde am 5. Mai 1929 in Ahrenviöl die Ortsgruppe der Nationalistischen Deutschen Arbeiterpartei Ahrenviöl konstituiert. Der Krieg brach am 1. September 1939 aus.
Im Mai 1945 wurden die Ahrenviöler von einer tragischen Hiobsbotschaft überrascht.
Am 14. Mai kam nachmittags der Befehl des englischen Kommandanten in Husum, der sinngemäß so lautete: „Bis morgen Abend 8 Uhr ist das Dorf Ahrenviöl von sämtlichen Bewohnern zu räumen. Jeder darf das Notwendigste mitnehmen. Sachen, die zur festgelegten Zeit nicht abtransportiert worden sind, gehören nicht mehr den Bewohnern und dürfen nachträglich nicht mehr geholt werden" Hilfe kam von den umliegenden Dörfern beim Packen und durch Stellung von Fuhrwerken. Man kam bei Verwandten unter und das Vieh wurde so gut es ging, abtransportiert. Die aufgenommenen Flüchtlinge wurden mitgenommen und in anderen Dörfer untergebracht.
In den Tagen nach der Räumung wurden über 3000 russische Kriegsgefangene in Ahrenviöl von der britischen Besatzungsmacht einquartiert und von hier aus in ihre Heimat zurück gebracht. Ende Juni 1945 kamen innerhalb weniger Tage 2000 Polen und Letten ins Dorf.
Am 16. Mai 1946 durften die Dorfbewohner wieder nach Hause zurückkehren in ein völlig verwüstetes und zerstörtes Dorf. Das zurückgelassene Vieh war geschlachtet, Ställe, Schuppen und Inneneinrichtung teilweise verheizt worden.
Der Sachschaden wurde damals auf 680.000,- Reichsmark geschätzt. Das Geld wurde 1948 drei Tage vor der Währungsreform ausgezahlt und ging in der Währungsreform unter.

 

Diese Zusammenfassung des geschichtlichen Hindergrundes ist der  Chronik von Ahrenviöl entnommen.

Diese ist im Jahre 1984 erschienen und der Verfasser ist Volker Henningsen.

Viele weitere Geschichten und ausführliche Hintergründe können sie bei Interesse diesem Werk entnehmen.

Sie erhalten es bei der Bürgermeisterin Edith Carstensen zu einem Preis

von 25 €.

 

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